Übernahme

Übernahme

Übernahme - Brücken bauen
Übernahme – Brücken bauen

Ein metallverarbeitendes Unternehmen im Süden Deutschlands mit einer speziellen Kundengruppe übernimmt ein vergleichbares Unternehmen im Norden Deutschlands. Die Produktpaletten beider Unternehmen ergänzen sich, beide Unternehmen bedienen die gleiche Zielgruppe, beide sind international aufgestellt. Jedoch haben beide unterschiedliche Länderschwerpunkte. Alle Voraussetzungen dieser Übernahme scheinen perfekt zu sein.

Opfer der Übernahme

Doch, die Norddeutschen werden nicht nur „übernommen“, sie fühlen sich auch so. Diese Übernahme lässt Ängste aufkommen. Wie sicher sind unsere Arbeitsplätze? Welche Stellen sind jetzt möglicherweise doppelt besetzt? Müssen wir unseren Arbeits- und Wohnort wechseln?
Erste Kontakte mit den Kollegen der anderen Firma lassen Unterschiede aufkommen. Wie sind die Gehälter der anderen gestaltet? Wie kommen wir mit den Arbeitsweisen der anderen zurecht? Fragen über Fragen – verbunden mit Unsicherheit zu den Folgen der Übernahme.
Unterschwellig, aber mindestens genau so wichtig gibt es das Gefühl, der Unterlegenheit bei den Nordlichtern. Das erhält immer dann Nahrung, wenn in Gesprächen mit den süddeutschen Kollegen deutlich wird, wessen Regeln jetzt gelten, welche Software zu benutzen ist und wie die Welt tickt. „Sind wir die Opfer der Übernahme? Wir haben doch bisher auch gut gearbeitet“ sind ständig aufkommende Gedanken. Aber auch „so gut können wir auch wieder nicht gewesen sein, letztlich stand unser Unternehmen zur Übernahme an. Dafür gab es schließlich Gründe.“

Bei den Süddeutschen Kollegen besteht die Gefahr, gegenüber den neuen Mitarbeiten aus dem Norden überheblich zu werden und zu wirken.

Notwendigkeit der Workshops

Der Geschäftsführer Süd, der nun Geschäftsführer des neuen Gesamtunternehmens ist, erkennt diese Situation, die sich aus er Übernahme ergeben hat. Er weiß auch um die unterschiedlichen unternehmenskulturellen und regionalen Prägungen.
In mehreren Workshops kommen Mitarbeiter vergleichbarer Arbeitsfelder aus beiden Standorten zusammen. Sie stellen zunächst ihre jeweiligen Arbeitsumfänge und Organisationsabläufe dar. Anschließend werden in gemischten Gruppen Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. 

Ziele und Übereinstimmungen

Bei diesen Workshops stellt sich schnell eine Übereinstimmung in den fachlichen Kompetenzen heraus. Deshalb lasse ich im nächsten Schritt die gemischten Gruppen aus beiden Standorten weiterarbeiten.
Mein Ziel ist, möglichst früh die Gemeinsamkeiten zu definieren. Trennendes soll zur Chance werden, die besten Wege für die Zusammenarbeit und die Zukunft finden.

Ein Ziel meines Auftraggebers ist es, nach der Übernahme eine neue gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen, ohne die Eigenheiten der einzelnen Produktionsorte in Nord und Süd aufgeben zu müssen.

Ergebnisse, Vereinarungen und Umsetzung

Übernahme - Umsetzung, ein steiler Pfad
Übernahme – Umsetzung, ein steiler Pfad

Erfreulich finde ich meine Beobachtungen in den Pausen. Kollegen aus beiden Standorten stehen gemischt beim Pausenkaffee. Auch beim Mittagessen sitzen Nord und Süd weiter zusammen und führen die Gespräche aus den Gruppenarbeiten fort. Das Bild „Opfer der Übernahme“ scheint zu verblassen.
Zum Ende der Workshops lasse ich die erarbeiteten Ergebnisse zusammenfassen. Ergebnisse allein reichen aber nicht. Ergebnisse müssen in umsetzbare Aufgaben und Schritte umformuliert werden. Schließlich kommen wir zu konkreten Vereinbarungen zwischen den Arbeitsgruppen und der Geschäftsleitung. Darunter findet sich auch die Vereinbarung, für ein paar Tage mal den Arbeitsplatz des Kollegen am anderen Standort einzunehmen.
Das Unternehmen agiert heute weltweit mit großem Erfolg.

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